Weißer Tee

Weißer Tee aus China – des Kaiser’s liebster Tee.

Kein anderer chinesischer Tee wird auf eine derart naturbelassene Weise hergestellt, wie der weiße Tee. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt weißer Tee als eines der ältesten Heilmittel. Mit seiner „kühlenden“ Eigenschaft baut er Stress ab, reduziert Cholesterol und Bluthochdruck, wirkt entzündungshemmend und ist krebsvorbeugend. Geschmacklich zeigt der Tee seine sanfte Seite: Mild im Geschmack mit leicht angenehmer Süße und einem Hauch von Hopfen, Mandeln und Artischocken. Ein guter weißer Tee zeichnet sich durch seinen runden und harmonischen Geschmack aus und ist dabei niemals bitter.

Edelste Sorte Yin Zhen, Silver Needles

Teeblätter der Teesorte Yin Zhen - Silver Needles Da Bai

Yin Zhen – Silver Needles Da Bai

 

Teeblätter des weißen Tees Pai Mu Tan (White Peony)

Weißer Tee der Sorte Pai Mu Tan (White Peony)

 

Seinen Namen hat der weiße Tee (auf Chinesisch Bai Cha 白茶) vom weißen, silbern schimmernden Flaum, den seine Knospen umgeben. Weißer Tee zählt zu den sechs Grundteesorten in der chinesischen Teekultur. Die beiden hochwertigsten Sorten sind Bai Hao Yin Zhen (auf Chinesisch 白毫銀針, auf Englisch „Silver Needles“, auf Deutsch „silberne Nadeln“) und Pai Mu Tan (auf Chinesisch 白牡丹, auf Englisch „White Peony“ auf Deutsch „weiße Pfingstrose“). Wobei anzumerken bleibt, dass die deutschen Übersetzungen so gut wie keine Anwendung finden.

 Herkunft und Ursprung

Teegarten für weißen Tee

Kultivierung von weißem Tee bei Fuding

Weißer Tee stammt gleichermaßen, wie alle anderen chinesischen Tees auch, von der Pflanzenfamilie Camellia Sinensis ab. Dabei gelten zwei Varietäten der Teepflanze als entscheidend für den besten und ursprünglichen weißen Tee: Da Hao und Da Bai. Erst genannter ist die ursprüngliche Pflanze, welche laut schriftlicher Überlieferungen bereits in der Song-Dynastie (960-1279 n.Chr.) zu großer Bedeutung kam und exklusiv für den Kaiser hergestellt wurde. Die Da Bai Varietät hingegen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Teebauern aus Fuding erstmalig kultiviert. Dabei bediente man sich wildwachsender Teepflanzen aus dem Tai Mu Shan Gebirge.

 

 Aufwändiger traditioneller Herstellprozess von weißem Tee

Herstellprozess Silver Needles

Herstellprozess Silver Needles

Doch was macht weißen Tee so besonders? Neben der speziellen Pflanzenvarietät spielt der traditionelle Herstellprozess eine entscheidende Rolle. Die frisch ausgetriebenen Blattknospen können nur an sehr wenigen Tagen im Frühjahr geerntet werden. Dabei werden für die Sorte Yin Zhen Silver Needles nur die obersten Blattknospen ausschließlich per Hand gepflückt. Man benötigt je nach Sorte bis zu 30.000 einzelne Blattknospen, um einen Kilo Tee herzustellen. Dies verdeutlicht bereits, wie aufwendig die Herstellung ist und warum diese weltberühmte Teesorte weniger als 0,2% der chinaweiten Teeproduktion

Yin Zhen Silver Needles Blattknospen

Die Blattknopsen des weißen Tees

ausmacht. Nach der Pflückung werden die Blattknospen sortiert, teilweise geschält (sofern noch größere, für den Yin Zhen unbrauchbare Blattteile die Knospe umgeben) und anschließend 2-3 Stunden belüftet. Das Welken und Trocknen wird nun traditionell auf großen Bambusmatten durchgeführt. Dabei wird der Tee großzügig ausgebreitet und 1-3 Tage an der Sonne und an der frischen Luft getrocknet und gewelkt. Wenn das Wetter eher feucht und nass ist, muss der Teemeister auf beheizte und luftdurchströmte Innenräume ausweichen. Dabei trocknet der weiße Tee deutlich schneller, als bei der traditionellen Sonnentrocknung. Im Ergebnis erhält der Teemeister bei der Sonnentrocknung einen sehr leicht oxidierten weißen Tee (Oxidationsgrad ca. 2-3%), der dem Tee sein

Sonnentrocknung auf Bambustellern

Sonnentrocknung der Silver Needles auf Bambustellern

charakteristisches, harmonisch-feine Aroma verleiht. Bei der Trocknung im Innenraum erfolgt die Trocknung deutlich schneller, weshalb der Tee nicht so viel Zeit zum oxidieren hat. Dies kann sich geschmacklich unvorteilhaft äußern. Wenn die Teeblätter 80-90% ihrer Feuchte verloren haben, kann der Teemeister in die Endtrocknung gehen. Dabei wird der Tee, meist in zwei Stufen, für wenige Minuten auf über 100° C erhitzt. Die noch warmen Teeblätter werden anschließend per Hand (traditionelles Herstellverfahren) oder per Maschine (modernes Herstellverfahren) ein weiteres Mal sortiert und gleich im Anschluss luft- und lichtdicht verpackt. Dies stellt sicher, dass der Tee nach dem Abpacken nicht weiter oxidieren kann.

 Heilmittel weißer Tee – Wirkung auf die Gesundheit

Weißer Tee in der Teekanne

Weißer Tee (Silver Needles) frisch aufgegossen

Als eines der ältesten Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin besitzt weißer Tee eine stark kühlende Wirkung. Um der kühlenden Wirkung (z.B. an kalten Tagen) entgegen zu wirken, sollte er heiß getrunken werden. Er wirkt entgiftend und entzündungshemmend. Da beim weißen Tee keine enzymatische Fermentation stattgefunden hat (im Gegensatz zu schwarzen Tee und Oolong Tee) und die Blätter auf äußerst schonenden Weise verarbeitet werden, bleiben die meisten der ursprünglichen Inhaltsstoff erhalten. Die im weißen Tee enthaltenen Polyphenole sind vergleichbar mit einem qualitativ hochwertigen grünen Tee und entsprechen in etwa 30% des Gewichts der Teeblätter. Er weist einen hohen Gehalt an besonders wertvollen Catechinen auf, dessen anti-oxidative Wirkung von Pharmakologen hoch geschätzt wird (z.B. für die Krebsprävention). Die Polyphenole können Ihre anti-oxidative Wirkung besonders gut in Kombination mit Vitamin C entfalten. Um diesen Effekt zu nutzen, kann man den weißen Tee nach dem Abkühlen bei lauwarmer Temperatur mit einer geringen Menge Zitronensaft vermischen. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Koffein im weißen Tee. Dieser liegt bei hoher Qualität bei 5-6% bezogen auf die Trockenmasse. Kaffee enthält im Vergleich hierzu lediglich 1-3% Koffein. Trotzdem wirkt das Koffein im weißen Tee deutlich milder, dafür aber länger anhaltend, als beim Kaffee. Im Teeblatt ist das Koffein an Gerbstoffe gebunden, in Kaffee an Chlorogensäure. Kaffee hat eine starke Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, Tee hingegen wirkt vorrangig auf das zentrale Nervenystem. Die Wirkung von weißem Tee wird deshalb als anregend empfunden und steigert die Konzentrationsfähigkeit auf sanfte Art.

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